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Eingeschlossen im Körper. Ausgeschlossen vom Leben?

Locked-In-Syndrom kann jeden treffen. Seit zwei Jahren wohnt Katarina bei uns. Sie ist gefangen im eigenen Körper und leidet am Locked-in-Syndrom, das sich vom Wachkoma dadurch unterscheidet, dass die PatientInnen bei vollem Bewusstsein sind und über einen wachen, gesunden Geist verfügen. Der Körper ist normalerweise aber vollkommen gelähmt, Kommunikation ist nur über Zwinkern mit den Augenlidern möglich. Katarina führte ein erfülltes Leben, bevor das Schicksal zuschlug: Eine Tumoroperation ging schief und sie erwachte gefangen in ihrem eigenen Körper. Ein Computer, den sie mit Augenkamera bedienen kann, ist – nach langer Therapie – heute ihr Sprachrohr nach außen. Mit diesem hat sie uns ein paar Zeilen geschrieben:

"Ich wohne nun über zwei Jahre im Haus der Barmherzigkeit. Ich hatte nach meinem Schlaganfall während einer Gehirntumor-Operation schon eine 'Odyssee' hinter mir: eine Reise in einem medizinischen Jet aus New York, wo ich viele Jahre gelebt hatte, nach Wien, um meiner Familie nah zu sein, und weil die Nachbehandlung in Österreich doch besser ist als in den USA. Dann Intensivstation in Mödling, die mich dankenswerterweise aufgenommen haben. Und dann ins Reha-Zentrum in Hochegg in der Buckligen Welt, wo ich mich daran gewöhnen musste, fremde Hilfe zu akzeptieren. Das war sehr schwierig für mich, habe ich doch in New York ein unabhängiges Leben als Universitätsprofessorin für Designgeschichte 15 Jahre lang gelebt. Und dann noch das Reha-Zentrum Meidling, wo ich mich nach 25 Jahren im Ausland wieder an ein Leben in Wien gewöhnen konnte. Ich war nach meinem Studium nach Verona und Paris gegangen, um in Kulturbetrieben zu arbeiten. Und als ich ein Stipendium für Japan bekam, habe ich fünf Jahre für meinen PhD benutzt. Im Reha Zentrum Meidling habe ich mit meiner Familie die ersten "Schritte" ins Wiener Kulturleben gemacht: Opernübertragungen aus New York haben den Übergang zur Staatsoper, die ich heute mindestens einmal pro Monat mit meinem Cousin Harald frequentiere, ermöglicht.

Im Mai 2016 bin ich schließlich im Haus der Barmherzigkeit gelandet! Die Pflege und die Therapien in Hochegg und in Meidling waren zwar auch gut, aber richtig "angekommen" bin ich erst im HdB. Und wie: Ich wohne in einem sonnigen Zimmer, das ein sehr angenehmes Klima hat und das mir auch eine individuelle Gestaltung lässt. Ich habe eigene Bilder und Fotos, meine Mutter hat mir einen großen Flachbildfernseher und Bildkalender von New York geschenkt. Auf dem Ablagebrett stehen Geschenke von Verwandten und Freunden aus aller Welt. Aber das Beste ist das Pflegepersonal, das nicht nur wirklich nett und professionell ist, sondern immer da ist, wenn ich Hilfe brauche, aber mich sonst in Ruhe lässt, wenn ich Besuch habe oder wenn ich am Computer schreibe. Ich habe mir einen Computer, den man mit einem Auge steuern kann, gekauft. Mit dem schreibe ich Artikel und Bücher und ich bin per E-Mail mit Freunden in Japan, Frankreich und Amerika in Kontakt!

Sonst bin ich ärztlich und therapeutisch exzellent versorgt: Alle Arzttermine werden zeitgerecht für mich im Haus arrangiert, und die Therapeuten geben sich wirklich viel Mühe! Und vor allem behandeln sie mich wie einen Menschen mit Würde! 

Ich genieße die Dachgärten und die Cafeteria. Ich bin also sehr zufrieden, im Haus der Barmherzigkeit zu wohnen, und könnte mir keinen besseren Ort wünschen in dieser Phase des Lebens."

 

 

Gemeinsam den Mut zu leben finden.

Im gemeinnützigen Haus der Barmherzigkeit Seeböckgasse werden 24 BewohnerInnen im Alter zwischen 29 und 80 Jahren auf unserer Spezialstation für Wachkoma-PatientInnen betreut. Dem Betreuungsteam ist es ein Herzensanliegen, dass sich diese schwer pflegebedürftigen Bewohnerinnen und Bewohner hier zu Hause fühlen und einen Alltag in Würde verbringen können.

Um unsere BewohnerInnen auf der Station Jakob umfassend zu fördern, arbeiten viele verschiedene SpezialistInnen aus Pflege, Physio- und Ergotherapie, Logopädie u.v.m. intensiv zusammen. Da sich PatientInnen im Wachkoma oder mit Locked-in-Syndrom kaum mitteilen können, ist die Arbeit mit ihnen besonders herausfordernd und verlangt sehr viel Einfühlungsvermögen. Daher wenden unsere MitarbeiterInnen Konzepte der aktivierenden Pflege, der Basalen Stimulation, Aromapflege, Kinästhetik und Bezugspflege an. Durch individuelle Betreuung werden vorhandene Ressourcen jedes Einzelnen gezielt gefördert.

Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende, wichtige Therapien und ein Leben in Würde für unsere BewohnerInnen zu ermöglichen.
Vielen herzlichen Dank!

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