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Es gibt noch
viel zu erleben.

Der Bienenflüsterer

Florian Lackinger arbeitet nicht nur in der Fachberatung Pflege bei HABIT, er produziert im Haus der Barmherzigkeit auch Bienenhonig über den Dächern Wiens. Unsere Kollegin Petra hat den Imker aus Leidenschaft besucht und dabei Vieles über die faszinierende Welt der Bienen erfahren – und auch, warum der Honig, der auf der Dachterrasse des HB Tokiostraße entsteht, so besonders gut schmeckt.

Florian Lackinger mit einer Wabe.

 

Lokalaugenschein in Donaustadt. Bei meinem Eintreffen um 9:00 Uhr herrscht rund um die mehrere Etagen hohe Bienenstöcke bereits reges Treiben. Jeder Bienenstock beheimatet bis zu 50.000 Bienen. Ehrfürchtig und langsam nähere ich mich und erblicke direkt dahinter Florian Lackinger, der seine Bienenvölker mit Argusaugen beobachtet. Im Kopf geht er bereits durch, was bei seinem heutigen Einsatz alles zu tun ist.

Ein außergewöhnliches Hobby

„Heute passiert ganz viel. Ich ernte den Bienenhonig und als Ausgleich dazu erhalten die Insekten süßes Bio-Futter. Damit bereite ich die Bienen bereits auf den Winter vor. Seit der Sommersonnwende am 20. Juni wissen sie, dass die Tage wieder kürze werden“, lässt mich Florian wissen. Er arbeitet seit 2009 bei HABIT und ist seit seiner Rückkehr aus der Väterkarenz in der Fachberatung Pflege tätig. Nebenbei kümmert er sich als Imker mit viel Begeisterung um die HB- Bienenvölker in der Tokiostraße. „Das Schöne am Imkern ist die viele Zeit in der Natur. Man weiß immer, wann und wo gerade etwas blüht und hat bei der Honigernte ein tolles Erfolgserlebnis“, sagt Florian, während er sich an die Arbeit macht.

Florian Lackinger vor seinen Bienenstöcken.
Bienen fliegen um die Bienenstöcke herum.
Florian Lackinger prüft, ob der Honig schon reif ist.
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Die Bienen aus der Kiste locken

Er zeigt mir, dass der Bienenstock (im Fachjargon: Beute) aus vielen übereinander gesetzten Holzkisten (auch Zargen genannt) besteht, in denen jeweils mehrere Rahmen eingehängt sind. Darin befüllen die fleißigen Insekten ihre Waben mit süßen Honig, den sie aus dem mitgebrachten Blütennektar produzieren. Florian entnimmt den ersten Rahmen und überprüft, ob der Honig schon erntereif ist. Er erklärt, dass die Bienen die einzelnen Zellen mit einem Wachsdeckel schließen, wenn der Honig den richtigen Wassergehalt hat und damit reif ist. „Durch meine Handy-App weiß ich, wann und wieviel Nektar die Bienen eintragen. Auch die Temperatur am Dach sowie im Inneren des Stockes wird gemessen. Eines der Völker steht nämlich auf einer elektronischen Waage, die mir immer den aktuellen Stand nach Hause schickt“, so der Imker.

Als er das erste Bienenvolk öffnet, halte ich respektvoll inne. Wie eine riesige Traube hängen hunderte Bienen an den Waben und saugen sich mit Nektar voll. Der Imker erklärt mir, dass Bienen grundsätzlich nicht stechen. Die Jahreszeit, das Wetter, Hektik oder Ähnliches würden dies jedoch beeinflussen. „Schutzbekleidung verwende ich nur bei Bedarf, da sie bei der Arbeit das Sichtfeld einschränkt.“

Wie der Honig ins Glas kommt

Und plötzlich entdecken wir die Königin. Sie ist mit einem roten Punkt markiert und legt bis zu 2000 Eier pro Tag. Florian erzählt, dass die jungen Königinnen jedes Jahr mit einer anderen Farbe versehen werden. Damit lässt sich auf einen Blick ihr Alter feststellen. Kritisch beäugt er den Holzrahmen, dreht und wendet ihn und stellt fest: „Meine Handy-App hat recht behalten. Dieser Honig ist super, den kann ich gleich mitnehmen“, sagt er und wirft die Kehrmaschine an. Damit werden die Bienen sanft abgebürstet und für kurze Zeit in einer Box aufbewahrt. Nach der Honigernte gibt sie Florian wieder zurück in den Bienenstock, wo sie sie ein frisch geputztes Zuhause in Form neuer Waben bekommen. Im Privat-Keller des Imkers wandert der Honig dann ins Glas. In einem dafür vorgesehenen Hygieneraum entdeckelt er die Honigwaben und schleudert den Honig mit einer Honigschleuder. Dann wird er nur noch gesiebt und anschließend klar in Gläser abgefüllt. „Aktuell befinden sich all meine Bienen im Umstellungsjahr. Wenn alles glatt läuft, ist die Honigernte 2021 dann sogar in Bioqualität verfügbar“, freut sich Florian.

Für die Imker-Nachfolge ist gesorgt

Den HB Honig vertreibt Florian an der Rezeption in der Tokiostraße, auf Weihnachtsmärkten und im Bekanntenkreis. Vor allem aber seine Kinder sind beigeisterte Abnehmer. Tochter Aurelia zeigt auch am Imkern selbst großes Interesse. Sie hat ihren Vater schon mehrmals begleitet. „Sie liebt Bienen. Am liebsten streichelt sie die pelzigen Tiere. Deswegen bekommt sie von mir immer einen Ganzkörperschutzanzug inklusive Handschuhe. Trotzdem nehme ich sie nur bei Tätigkeiten mit, bei denen wenige Bienen fliegen“. Wer weiß, ob sich da nicht schon eine spätere Nachfolge auftut? Konkurrenz bekommt die Vierjährige allerdings von HB-Kollegen Bernd. Er assistiert Florian seit einiger Zeit und wird vielleicht auch in Zukunft mehr Aufgaben vor Ort übernehmen.

Über die Arbeit unseres HB Imkers gebe es noch viel zu erzählen, aber wenn die Bienen ihr neues Zuhause bekommen, möchte ich beim Eingewöhnen nicht länger stören. Deshalb verabschiede ich mich von Florian und seinen summenden Freunden.

hdb

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