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Zwei Bewohnerinnen und ein Bewohner
Es gibt noch
viel zu erleben.

Neue Impulse aus der Altersforschung

In diesem Beitrag stellen wir drei aktuelle Einblicke aus Forschung und Praxis rund um Gesundheit und Altern vor – von Alltagsherausforderungen im höheren Lebensalter über neue Erkenntnisse zur Wirksamkeit von Impfungen bis hin zu Ansätzen der Gesundheitsförderung im urbanen Raum. 

 

Alltagsschwierigkeiten ab 65 Jahren

Etwa jeder Fünfte über 65-Jährige in Österreich hat Schwierigkeiten mit Aktivitäten des täglichen Lebens oder mit instrumentellen Tätigkeiten wie Kochen, Management von Finanzen, Körperpflege oder Einkaufen – ein Thema, dem sich Thomas Dorner, Leiter der Akademie für Altersforschung am Haus der Barmherzigkeit, und sein Forschungsteam in einer aktuellen Studie in der Wiener Medizinischen Wochenschrift gewidmet haben. "In der vorliegenden Studie wurden soziodemografische gesundheitsbezogene Faktoren untersucht, die mit dem Erhalt informeller und professioneller Pflege einhergehen, sowie unerfüllte Versorgungsbedürfnisse bei Erwachsenen im Alter von 65 Jahren und älter in Österreich", so die Autor:innen der Studie.

Die meisten Betroffenen erhalten Unterstützung durch Angehörige oder Bekannte. Hierbei betont das Forschungsteam die Notwendigkeit professioneller Angebote, die zum jetzigen Zeitpunkt deutlich seltener genutzt werden. Zu den entscheidenden Vorhersagefaktoren für unerfüllte Bedürfnisse gehörten höheres Alter, das Alleinleben und chronische Erkrankungen wie Depressionen, Schlaganfall, Inkontinenz und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. "Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung individuell abgestimmter Maßnahmen, um den Zugang zu Pflege und Unterstützung für ältere Erwachsene mit funktionellen Einschränkungen zu verbessern", erläutern die Wissenschaftler:innen.

Vielen Dank an Thomas Dorner und sein Team für diese wertvollen Ergebnisse!

 

Alltagsschwierigkeiten ab 65 Jahren: Studie der Akademie für Altersforschung am Haus der Barmherzigkeit

Wirksamkeit der Covid-19-Impfung

Die Akademie für Altersforschung am Haus der Barmherzigkeit hat gemeinsam mit internationalen Partner:innen eine vielbeachtete Studie im International Journal of Infectious Diseases veröffentlicht. "Ältere Menschen in Langzeitpflegeeinrichtungen haben ein hohes Risiko für Covid-19-bedingte Erkrankungen und Todesfälle. Dennoch liegen nur wenige Daten aus der Praxis zur Wirksamkeit und Immunogenität von Impfstoffen bei sehr alten Bevölkerungsgruppen vor. Diese Studie untersuchte die Wirksamkeit der BNT162b2-Impfung gegen eine SARS-CoV-2-Infektion und bewertete die Antikörperreaktion nach der Impfung bei älteren Menschen in Pflegeeinrichtungen, darunter auch Bewohner:innen ab 95 Jahren", so Matthias Unseld, Ärztlicher Leiter im Pflegekrankenhaus Seeböckgasse, und seine Co-Autor:innen.

Analysiert wurden die Daten von 350 unserer Bewohner:innen – mit beeindruckenden Ergebnissen: Die mRNA‑Impfung zeigte eine Wirksamkeit von 80 Prozent, bei Menschen über 95 Jahren sogar 94 Prozent. Damit liefert das Forschungsteam wertvolle Daten für eine Altersgruppe, die bisher in Studien nicht vertreten war. "Die Impfung mit BNT162b2 bot einen erheblichen Schutz und eine robuste Antikörperreaktion bei Bewohner:innen von Langzeitpflegeeinrichtungen, einschließlich sehr alter Menschen, was die Wirksamkeit der mRNA-Impfung bei besonders gefährdeten in Pflegeinstitutionen lebenden Bevölkerungsgruppen belegt", fassten die Studienautor:innen ihre Erkenntnisse zusammen.

Ein großes Bravo an das gesamte Forschungsteam – Matthias Unseld, Bärbel Sturtzel, Alexa Leonie Meyer, Marie Blaise, Lusine Harutyunyan, Nicole Eger, Alexandra Kautzky-Willer, Thomas Dorner, Gerald Ohrenberger, Pavol Mikula, Hans Jürgen Heppner und Elisabeth Lucia Zeilinger!

Wirksamkeit der Covid-19-Impfung: Studie der Akademie für Altersforschung am Haus der Barmherzigkeit

Rückblick der Fachtagung "Sicher gesund in Wien"

Die Wiener Gesundheitsförderung (WiG) setzt mit dem Projekt "Sicher gesund in Wien" einen klaren Fokus auf ältere Menschen, ihre Angehörigen sowie Fachkräfte aus Gesundheits- und Sozialberufen. Ziel ist es, sichere Wohn- und Lebensumgebungen in Wien zu fördern und damit Gesundheit, soziale Teilhabe und Lebensqualität im Alter nachhaltig zu stärken. Gesundheitsförderung wird dabei als lebenslanger Prozess verstanden, der gerade für ältere Menschen einen wichtigen Beitrag zu Selbstständigkeit und Wohlbefinden leistet.

Im Rahmen der hochkarätig besetzten Fachtagung "Sicher gesund in Wien – verhältnisorientierte Sturzprävention in der kommunalen Gesundheitsförderung", die am 24. März 2026 im Wiener Rathaus stattfand, wurden unterschiedliche Perspektiven auf sichere Alltags- und Lebensräume für ältere Menschen thematisiert. Ein zentraler Programmpunkt war der Vortrag von Thomas Dorner, Leiter der Akademie für Altersforschung am Haus der Barmherzigkeit, zum Thema "Altern und Gesundheitsförderung – individuelle und gesellschaftliche Herangehensweisen". Gemeinsam mit Viktoria Stein vom Karl Landsteiner Institut für Gesundheitsförderungsforschung übernahm Thomas Dorner außerdem die Moderation der Fachtagung. Die Veranstaltung bot ein breites Spektrum an wissenschaftlichen Beiträgen, Praxisbeispielen und Podiumsgesprächen, unter anderem zu demenzsensibler Raumgestaltung, Ernährung, Bewegung und dem Einsatz digitaler Technologien zur Sturzerkennung.

Foto-Credits: WiG/Zsolt Marton, Shvets Production, Esmerald Heqimaj

Thomas Dorner, Leiter der Akademie für Altersforschung am Haus der Barmherzigkeit, während seines Vortrages "Altern und Gesundheitsförderung – individuelle und gesellschaftliche Herangehensweisen" bei der Fachtagung "Sicher gesund in Wien"
hdb

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