Quereinstieg als Pflegeassistentin
Als Elke Neissl eine Nachbarin ins HB Stephansheim in Horn begleitete, fiel ihr sofort die helle, freundliche Atmosphäre auf. "So ein schönes Haus", dachte sie – und sprach kurzerhand eine Reinigungskraft an, ob es nicht offene Stellen gebe. Wenige Tage später saß sie im Büro von Heimleiterin Barbara Gerhart und ist nun Teil des Haus der Barmerzigkeit.
"Elke Neissl hat sich für die Reinigung beworben, aber in unserem Gespräch hat sie so gestrahlt, dass ich sofort gespürt habe: Diese Frau gehört in die Pflege", erinnert sich Barbara Gerhart. Spontan bot sie ihr an, als Abteilungshelferin einzusteigen und später eine Ausbildung zur Heimhilfe zu absolvieren. Doch Elke Neissl wollte mehr. "Ich wollte das schon lange machen, aber meine Kinder waren noch klein. Als es dann passte, dachte ich mir: Dann mache ich doch gleich die einjährige Ausbildung zur Pflegeassistentin!" Eine Entscheidung, die ihr Leben veränderte.
Ein neuer Weg mit Herz
"Die Ausbildung war sehr intensiv, gerade weil ich schon länger nicht mehr gelernt hatte. Aber ich habe so viel mitgenommen – fachlich und menschlich", erzählt die 45-Jährige. Drei Praktika führten sie ins Krankenhaus, in die Hauskrankenhilfe und wieder zurück ins Pflegeheim. "Als ich die Prüfung schließlich bestanden habe, habe ich sogar ein paar Freudentränen vergossen." Seit März 2025 ist Elke Neissl nun Pflegeassistentin im Hausgemeinschaftsbereich Georg. "Ich betreue 17 Bewohner*innen, helfe bei der Körperpflege, beim Essen, beim Mobilisieren – aber genauso wichtig sind die kleinen Gesten: eine Hand halten, zuhören, ein Lächeln schenken." Ihre Augen leuchten, wenn sie davon erzählt. "Die Menschen freuen sich, dass jemand da ist. Das gibt auch mir so viel zurück."

Wo das Team mitzieht
Petra Schlosser, ihre direkte Vorgesetzte, wusste schon früh: "Elke Neissl ist wie geschaffen für die Pflege. Schon als Abteilungshelferin hat man gesehen, mit wie viel Freude und Empathie sie dabei ist. Jetzt als Pflegeassistentin ist sie ein wertvolles Teammitglied – engagiert, motiviert, und sie übernimmt auch Aufgaben, die gar nicht unbedingt in ihr Ressort fallen." Besonders schätzt sie, dass Elke Neissl das Gespräch mit den Bewohner*innen sucht: "Sie tratscht mit ihnen, hört zu, kümmert sich. Das ist unbezahlbar." Auch Heimleiterin Barbara Gerhart ist froh über ihre Entscheidung: "Elke Neissl ist ein Beispiel dafür, dass ein Quereinstieg in die Pflege möglich ist. Man muss nicht schon mit 20 Jahren wissen, dass man in diesem Beruf arbeiten möchte. Wichtig ist vor allem das Gefühl: Ja, ich möchte ältere Menschen dabei unterstützen, wieder selbstbestimmt zu leben."
Mut, den eigenen Traum zu leben
Elke Neissl selbst hat viele berufliche Stationen hinter sich – von der Friseurin über die Großküche bis zur Bürokauffrau und Reinigungskraft. Jetzt aber ist sie angekommen. "Ich wollte schon immer in die Pflege! Hier kann ich alles einbringen: meine Erfahrung, meine Freude an Menschen, meine Energie. Ich bin einfach glücklich." Und sie hat eine klare Botschaft an alle, die überlegen, ob Pflege etwas für sie sein könnte: "Liebe und Freude an den Menschen – mehr braucht es nicht, um loszulegen. Alle, die es sich vorstellen können, sollten die Chance nutzen. Egal, in welchem Alter."
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