Rückblick: Fachveranstaltung chronisch_konkret 2026
Unter dem Titel „Wirr und Wir. Was ist schon normal?“ diskutierten am Donnerstag rund 70 Expert:innen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich im Haus der Barmherzigkeit über psychische Erkrankungen, Delir und gesellschaftliche Vorstellungen von Normalität.
Im Fokus standen die häufige Verwechslung von Delir und Demenz sowie die Frage, wie eine bedarfsgerechte Versorgung von Menschen gelingen kann, die nicht dem gesellschaftlichen Bild von „Normalität“ entsprechen. „Menschen mit psychischen Erkrankungen verdienen dieselbe Würde und Lebensqualität. Eine psychische Erkrankung kann jeden Menschen treffen, insbesondere auch im Alter“, betonte Christoph Gisinger, Institutsdirektor des Haus der Barmherzigkeit, bei der Eröffnung der Fachveranstaltung.
Ein Delir wird im Versorgungsalltag oft als Demenz fehlinterpretiert. Tatsächlich ist es aber ein akutes Organversagen des Gehirns, das bei rascher Behandlung potenziell reversibel ist. „Wer akute Verwirrtheit als vitalen medizinischen Hilferuf begreift, überwindet den therapeutischen Nihilismus“, betonte Michael Lazansky, Vortragender und Leiter der Gerontopsychiatrie im HB Pflegekrankenhaus Tokiostraße. Auch Leon Engler, Psychologe und Autor des Romans "Botanik des Wahnsinns", hinterfragte in seinem Impulsvortrag die vermeintlich klare Grenze zwischen „normal“ und „nicht normal“. Zudem brachten Athe Grafinger, Geriaterin und Palliativmedizinerin bei der NÖ Landesgesundheitsagentur, und Birgit Meinhard-Schiebel, Präsidentin der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger, ihre Perspektiven in die vom Journalisten Köksal Baltaci moderierte Podiumsdiskussion ein.
Seit zehn Jahren veranstaltet das Haus der Barmherzigkeit regelmäßig die Fachveranstaltung „chronisch_konkret“, die sich mit gesundheitspolitischen und pflegerelevanten Themen befasst. Die Veranstaltung fand im Seminarzentrum Campus Collegialität im Haus der Barmherzigkeit statt. Für die kulinarischen Köstlichkeiten zum Ausklang sorgte SANA Catering.









