Unsere Bewohnerin Gitta ist an Parkinson erkrankt
Parkinson beginnt oft leise – so auch bei unserer Bewohnerin Gitta. Mit gerade einmal 50 Jahren, mitten im Berufsleben, spürt sie erste Veränderungen: Unsicherheiten beim Essen und Trinken, zunehmendes Zittern und anhaltende Müdigkeit. Erst vier Jahre später erhält sie die Diagnose Parkinson.
"Lange wusste ich gar nicht, was mir fehlt, das war am schlimmsten. Auch die Ärzt*innen waren ratlos", erzählt Gitta über den Beginn ihrer Parkinson-Erkrankung. "Anfangs habe ich das Zittern bemerkt, das immer schlimmer wurde, und ich war schrecklich müde." Nach der Diagnose hilft eine Selbsthilfegruppe Gitta mit ihrer Krankheit besser umzugehen. "Geht nicht, gibt's nicht" lautet seither ihr Lebensmotto, das sie bei den vielen neuen Herausforderungen, Sorgen und Fragen begleitet. Mit der Unterstützung ihrer beiden Töchter kann die frühere Bankangestellte noch lange zu Hause leben. Doch mit Voranschreiten der Krankheit, nach schweren Stürzen, drei Komas und langen Klinikaufenthalten weiß Gitta: "Ich kann nicht mehr allein."
Seit sieben Jahren lebt Gitta nun in unserem Pflegekrankenhaus Tokiostraße. Dank bestmöglichem Zusammenspiel aus Pflege, Medizin und Therapie gewinnt die heute 85-Jährige neue Lebensqualität. "Bis vor Kurzem habe ich noch die Blumen auf der Stationsterrasse gepflegt. Das geht nicht mehr. Aber meinen kleinen Balkon bewahre ich mir – so gut es geht", so Gitta.

Die vielen Gesichter von Parkinson
Parkinson ist nach Alzheimer die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Im Gehirn sterben dabei Nervenzellen ab – es ist ein schleichender Prozess. Zu den Symptomen zählen Zittern, Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifigkeit, Reflexstörungen, Einschränkungen beim Sprechen und Schlucken sowie Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, Denkens und Urteilsvermögens (Parkinson-Demenz). In späten Stadien sind Betroffene meist rund um die Uhr auf Pflege angewiesen. Obwohl Parkinson häufig im Alter zwischen 55 und 60 diagnostiziert wird, können auch Jüngere erkranken. Parkinson ist nicht heilbar, aber gerade im Anfangsstadium gut behandelbar.
Im Haus der Barmherzigkeit kommen spezielle medizinische, pflegerische und therapeutische Maßnahmen zum Einsatz wie etwa Ergo-, Physio-, Bewegungs- und Psychotherapien sowie Logopädie. "Ziel ist es, die Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten und Tätigkeiten des täglichen Lebens zu erleichtern", so Tristan Tomann, Therapeut im HB Tokiostraße. Etwas, was das Haus der Barmherzigkeit anlässlich des morgigen Welt-Parkinson-Tages 2026 besonders betonen möchte.
Foto-Credit: Gregor Kuntscher


