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Denkwerkstatt St. Lambrecht zum Thema Pflege im neuen Campus Collegialität

„Pflege, und wer wirklich zupackt“ – dieses Thema stand Dienstagabend in der Veranstaltungsreihe Denkwerkstatt St. Lambrecht im Fokus. Die Diskussion fand im Campus Collegialität, dem neuen Seminarzentrum des Haus der Barmherzigkeit, statt.

Wien. „Pflege, und wer wirklich zupackt“- diese Frage diskutierte man Dienstagabend im Rahmen der Denkwerkstatt St. Lambrecht im Campus Collegialität, dem neuen Seminarzentrum des Haus der Barmherzigkeit, das am 3. Oktober offiziell eröffnet wird. Unter der Leitung von GD i.R. HR Dr. Ewald Wetscherek, Collegialität Privatstiftung, sprachen HB-Institutsdirektor Univ.-Prof. Dr. Christoph Gisinger, Birgit Meinhard-Schiebel, Interessensgemeinschaft pflegender Angehöriger und Dipl.-Ing. Evi Pohl-Iser, Wiener Hilfswerk, über verschiedenste Aspekte der Pflege und des Pflegegeldes in Österreich.

Pflegesystem auf dem Prüfstand

„Babyboomer werden zu Geronto-Boomern“, wies Christoph Gisinger darauf hin, dass die demographische Entwicklung an ihre Grenzen stößt. Schon in wenigen Jahren werde sich die Anzahl der über 85-Jährigen verdreifachen, die familiäre Unterstützungs-Kapazität zurückgehen – nicht zuletzt bedingt durch neue Familienstrukturen, hohe Scheidungsraten und eine Stagnation der Anzahl junger, leistungs- und berufsfähiger Menschen. „Die vorherrschende Personalnot im Pflegebereich kann man mit konventionellen Methoden nicht bewältigen. Neue Ausbildungswege sind notwendig. Viele Berufe wie beispielsweise Friseure sind körpernahen Tätigkeiten sehr nahe“, so Gisinger. Diese Berufsgruppen könnte man durch berufsbegleitende Aufschulungen gewinnen. „Dazu braucht es jedoch ein flexibleres Berufsrecht.“

Mehr Transparenz und Rechte

Birgit Meinhard-Schiebel forderte ein neues Pflegekonzept: „Wir brauchen ein neues Konzept mit hoher Durchlässigkeit und ein mit Rechtsansprüchen ausgestattetes System, indem betroffene Personen entlang des tatsächlichen Pflegebedarfs alles bekommen, was sie benötigen.“ Außerdem machte sie auf die große Dunkelziffer von Menschen aufmerksam, die aus Unwissenheit über bereits bestehende Unterstützungsangebote kein Pflegegeld bezögen. Daran knüpfte Evi Pohl-Iser an: „Ich wünsche mir beim Pflegethema eine familienzentrierte One-Stop-Shop-Beratung, die auf die individuellen Bedürfnisse der Menschen eingeht und aufzeigt, welche passenden Möglichkeiten es für die jeweilige Situation gibt. Mobile Dienste und teilstationäre Einrichtungen wie z.B.  Tageszentren unterstützen dabei, möglichst lange im vertrauten Wohnumfeld leben zu können und entlasten die pflegenden Angehörigen“, so Pohl-Iser.

Denkwerkstatt St. Lambrecht
Die Denkwerkstatt St. Lambrecht ist eine Plattform des Vereins Gesellschaft für Zukunftssicherung und Altersvorsorge. Unter dem Leitgedanken „Den Menschen verpflichtet“ führt die Denkwerkstatt St. Lambrecht Vordenker, Querdenken und Nachdenker zusammen und beschäftigt sich mit Fragen zur sozialen Entwicklung, demografischen Veränderung, Bildungs- und Integrationspolitik, finanziellen Sicherheit sowie zu Gesundheit und Vorsorge in Österreich und Europa.  

Campus Collegialität
Der Campus Collegialität ist mit seinem modernen Seminar- und Schulungszentrum das Herzstück des neu entstandenen Büro- und Wohngebäudes in der Heigerleinstraße, 1160 Wien, in das mit Wochenbeginn ein Großteil der HB—und HABIT-Verwaltung übersiedelt ist. Die drei Seminarräume, die auch für externe Veranstaltungen gemietet und zu einem oder zwei Räumen zusammengelegt werden können, sind mit modernster Seminar-Technik ausgestattet. „Der Campus Collegialität soll sich zur zentralen Drehscheibe im organisationsweiten Wissenstransfer zu den Themen Pflege und Betreuung entwickeln. In Zukunft wird es noch wichtiger, sich mit den Fragen rund um die demographische Entwicklung und die Pflege in medizinischer, soziologischer und wirtschaftlicher Hinsicht zu befassen“, freut sich Ewald Wetscherek von der Collegialität Privatstiftung über die Errichtung. Die Collegialität Privatstiftung hat den Bau des Seminarzentrums finanziell unterstützt.

Die „Haus der Barmherzigkeit“-Gruppe
Das gemeinnützige Haus der Barmherzigkeit bietet schwer pflegebedürftigen Menschen Langzeitbetreuung mit Lebensqualität. In sieben Pflegekrankenhäusern und -heimen in Wien und Niederösterreich betreuen wir laufend rund 1200 geriatrische BewohnerInnen. In unseren 15 Wohngemeinschaften, vier Basalen Tageszentren und im ZAB (Zentrum für Arbeit und Begegnung) begleiten wir rund 400 jüngere KlientInnen mit mehrfachen Behinderungen. Neben bestmöglicher Pflege und medizinischer Versorgung legen wir besonderen Wert auf einen selbstbestimmten und abwechslungsreichen Alltag.

Fotocredit: Ludwig Schedl/APA-Fotoservice

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hdb

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