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Eine Brücke in eine andere Welt.

Wenn auch die Seele leidet.

Als Wolfgang ins Haus der Barmherzigkeit kam, lebte er zum großen Teil in seiner eigenen Welt. Der heute 51-Jährige Wiener leidet an Paranoider Schizophrenie, einer Erkrankung, bei der es zu Störungen des Denkens, der Wahrnehmung und des Gefühlslebens kommt. In Wolfgangs Fall sind es Außerirdische, die sich in seine Gedankenwelt drängen und mit denen er zu kommunizieren versucht. Seit vier Jahren ist Wolfgang Patient der psychogeriatrischen Abteilung im Pflegekrankenhaus Tokiostraße – ein Ort, an dem sich seine Welt mit der Außenwelt verbinden kann. Seit neun Jahren betreut Prim. Dr. Barbara Schreiber, die ärztliche Leiterin des PKH Tokiostraße, hier mit ihrem interdisziplinären Team pflegebedürftige Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen.

 

Aktuell sind es 112 PatientInnen mit psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen wie der Erbkrankheit Chorea Huntington oder Demenzerkrankungen mit besonderer psychiatrischer Auffälligkeit. „Unsere Patientinnen und Patienten haben unterschiedliche Vorgeschichten, aber sie sind alle in ihrer Kommunikation beeinträchtigt“, erklärt Dr. Schreiber. „Sie fühlen sich zum Beispiel bedroht oder verfolgt, können ihre Wahrnehmung nicht nach Wichtigkeit ordnen, können in den Gefühlen des Gegenübers nicht adäquat lesen.“ Das macht die Betreuung dieser PatientInnen besonders herausfordernd. Eine psychiatrische Fachausbildung sowie regelmäßige Kommunikations-, Konfliktmanagement- und Deeskalationsschulungen sorgen dafür, dass die medizinischen, wie die pflegerischen MitarbeiterInnen der Psychogeriatrie dieser Aufgabe gewachsen sind und in der Betreuung der PatientInnen eine Brücke zu deren Wirklichkeit aufbauen können.

Das gelingt auch dank spezieller Angebote wie dem Heart Rock Café. „Hier haben unsere Patientinnen und Patienten die Möglichkeit, ihre Lieblingsmusik zu teilen und darüber miteinander in Beziehung zu treten“, erklärt Dr. Schreiber. Waren die Teilnehmenden zu Beginn noch skeptisch, ist die Veranstaltung mittlerweile für viele zum fixen Termin geworden. Auch Wolfgang ist hier einmal im Monat Stammgast. „Wir haben seit dem Start eine enorme Entwicklung beobachtet - darunter gegenseitiges Trösten, das längere Ertragen innerer Spannungen und Spannungsreduktion, sowie das Aushalten einer enormen Musikbandbreite von Schlager bis zu Hip Hop“, freut sich Schreiber.

 

Eine andere Möglichkeit, sich kreativ auszudrücken, bietet die Therapiewerkstatt. „Hier arbeiten wir mit verschiedenen Materialien, die oft schon per se eine stabilisierende Wirkung haben, wie zum Beispiel Ton“, erläutert die Ärztin. An diesem Ort verwandelt beispielsweise Helmut weiße Leinwände in expressionistische Kunstwerke. Der 56-jährige Patient leidet an einer Form von Schizophrenie, bei der es zur Auflösung des Gedankenablaufs kommt. „Seine Gedanken kreisen ständig um ein Thema und es fällt ihm schwer, einen Satz zu Ende zu bringen“, erklärt Schreiber. In der Therapiewerkstatt hingegen blüht Helmut auf und bringt sein malerisches Talent zum Ausdruck.

Angebote wie diese, professionelle und psychologische Begleitung und Therapien helfen dabei, unsere PatientInnen wie Wolfgang und Helmut umfassend betreuen und fördern zu können.

Die Grenzen von Wolfgangs Welt haben sich nach vier Jahren im Haus der Barmherzigkeit übrigens bis nach draußen erweitert. „Wolfgang hat sich so gut eingelebt, dass er nun auch unserem Gärtner im Garten hilft und unsere Meerschweinchen mitbetreut“, erzählt Dr. Schreiber.

Die COVID-19 Pandemie hat vieles in unseren Häusern auf den Kopf gestellt und manch lieb gewonnene Aktivität für unsere BewohnerInnen muss anders gestaltet werden. Zum Schutz unserer BewohnerInnen kehren wir mit Vorsicht gemeinsam schrittweise zum Alltag zurück. Nur mit Ihrer Spende können wir wichtige Therapien (z.B. Schmerz- und Physiotherapie, psychologische und palliative Betreuung, Ergotherapie, Logopädie und viele mehr) bzw. Einzel- und Gruppenaktivitäten auch weiterhin aufrechterhalten. 

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hdb

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