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Wertvolle Unterstützung

Seit Herbst haben angehende Psychotherapeut*innen die Möglichkeit, ein Propädeutikum auf den Demenzstationen des HB Tokiostraße zu absolvieren. Die Psychotherapeutinnen Daphne Würzl und Karin Gallei erzählen, wie es zu der Idee kam, warum das Pionierprojekt sich als Win-Win-Situation herausgestellt hat und wie wichtig die Zusammenarbeit aller Bereiche dafür war.

Propädeutikum HB Praktikum


„Es profitieren einfach alle davon“, strahlt Psychotherapeutin Daphne Würzl, wenn sie über das neue Propädeutikum im HB Tokiostraße spricht. Seit Herbst 2020 haben zukünftige Psychotherapeut*innen, während der Absolvierung des Propädeutikums die Möglichkeit, wichtige praktische Erfahrungen, welche sie für ihre Ausbildung benötigen, auf den beiden Demenzstationen unseres Pflegekrankenhauses in Wien Donaustadt, zu sammeln. 13 Praktikant*innen haben seit Oktober 2020 diese Möglichkeit ergriffen und unterstützen nun bei der Begleitung unserer demenzkranken Bewohner*innen auf den Stationen.

Das bereits schon seit Jahren im Haus angebotene Praktikum wurde 2019 neu strukturiert um den Ausbildungskandidat*innen eine fundierte praktische Ausbildung anbieten zu können und gleichzeitig einen Mehrwert für die Bewohner*innen zu erzielen. Ein zusätzlicher Benefit ist die Unterstützung der Pflegeteams im Alltag in der Tagesstruktur. Die zündende Idee für das neue Praktikumsangebot kam von Mag. Waltraud Schönhart, Leiterin der Therapie, welche gemeinsam mit der ärztlichen Leiterin Frau Prim. Dr. Barbara Schreiber und den Psychotherapeutinnen Karin Gallei und Daphne Würzl die Neustrukturierung im Detail plante.

Große Resonanz

Ein Angebot, das auf große Resonanz stieß, wie das Team in der Tokiostraße bald darauf erfreut feststellen durfte. „Die Nachfrage von angehenden Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen war enorm“, erzählt Mitbegründerin Karin Gallei. Unter ihnen: Angelika Rieger, die seit Oktober ihr Praktikum im HB Tokiostraße absolviert. „Die Ausschreibung hat mich sofort angesprochen, da ich mich im Studium bereits mit Geronto-Psychotherapie befasst habe“, so Rieger, der von Beginn an die Bedürfnisorientierung sehr gut gefallen hat. „Wie mit den Bewohnerinnen und Bewohnern umgegangen wird, hat mich sehr beeindruckt“, so die Praktikantin, die noch bis zum Sommer unser Team in der Tagraumbetreuung unterstützt und vor allem bei der Alltagsbeschäftigung der demenzkranken Bewohner*innen hilft.

Sich auf den Moment einlassen

„Dabei steht das ‚Prinzip des gesunden Gegenübers‘ im Fokus, erläutert Daphne Würzl. „Jemand, der demenzkrank ist, verliert die Vorstellung von sich selbst und von sich im Zusammenhang mit dem Außen. Indem wir Orientierung, Halt und innere Stabilität bieten, ist es Demenzerkrankten möglich, sich an uns aufzurichten“, so die Psychotherapeutin. Kollegin Karin ergänzt: „Es geht vor allem darum, sich auf den Moment einzulassen, darauf zu achten, was jemand im Hier und Jetzt braucht und das dann anzubieten. Das kann Beschäftigung wie puzzeln oder malen sein oder auch einfach, präsent zu sein.“ Eine Erfahrung, die auch Angelika Rieger bereits gemacht hat: „Dieses im Moment sein‘ war auch für mich extrem lehrreich, so kann man dann auch eine gewisse Ausgeglichenheit und Ruhe vermitteln.“

Interdisziplinäres Zusammenspiel

Das Propädeutikum ist also eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten – von den Bewohner*innen über die Mitarbeiter*innen vor Ort bis zu den Praktikant*innen. Genauso wichtig ist es den Gründerinnen aber auch, zu betonen, dass der Erfolg des Pionierprojekts nur aufgrund des interdisziplinären Zusammenspiels aus Therapie, Pflege und Medizin möglich war. „Das Miteinander und der enge Austausch sind Voraussetzung“, so Würzl. „Angefangen von der Einschulung der Praktikantinnen und Praktikanten, über die Begleitung und Betreuung vor Ort bis zur Supervision, die zweiwöchentlich stattfindet, sind sehr viele Bereiche und Berufsgruppen beteiligt.“ Geschäftsführer*innen, Stationsleiter*innen, Fachsozialbetreuer*innen, die Pflegeteams, der Tagraumbetreuung, Pflegeberater*innen, Therapeut*innen und Mediziner*innen – sie alle arbeiten zusammen, um das Propädeutikum zu ermöglichen – und auch fortzusetzen; denn ab Oktober 2021 werden wieder Praktikantinnen und Praktikanten aufgenommen. Was diese neben den formalen Bedingungen (siehe Kasten) auf jeden Fall mitbringen sollen? „Sie sollten auf jeden Fall die Offenheit besitzen, sich einzulassen und unseren Bewohnerinnen und Bewohnern ein Beziehungsangebot für diese Zeit machen zu wollen“, so Karin Gallei. Angelika Rieger blickt dem Ende ihres Praktikums bereits mit etwas Wehmut entgegen: „Mir sind meine Bewohnerinnen und Bewohner doch schon sehr ans Herz gewachsen!“

Interessiert an einem Praktikum? So bewirbst du dich!

Ab Oktober 2021 bietet das HB Pflegekrankenhaus Tokiostraße angehenden Psychotherapeut*innen wieder die Möglichkeit eines Praktikums auf der Demenzstation. 

Dieses Praktikum umfasst:

  • Die Begleitung von Bewohner*innen mit Demenzerkrankung auf der Station im Rahmen der Tagesstruktur
  • Fachliche Einschulung zu den Themen Demenz, Delir, Deeskalation
  • Praktische Einschulung und Begleitung durch die vor Ort tätigen Psychotherapeut*innen
  • Zwei wöchentliche Praktikumssupervision

Voraussetzungen für das Praktikum:

  • Mindestpraktikumsdauer von 6 Monaten
  • Einschulung von 2 Wochen von Montag bis Donnerstag (8:00 Uhr bis 16:00 Uhr)
  • Danach 1 - 2 Tage pro Woche von Montag bis Donnerstag zwischen 8:00 Uhr und 16:00 Uhr

Jetzt bewerben!

Haben wir Dein Interesse geweckt? Dann freuen wir uns über eine schriftliche Bewerbung an:

Daphne Würzl (Psychotherapeutin für KIP) und Karin Gallei (Integrative Gestalttherapeutin)

hdb

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