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Dauereinsatz und Zusammenhalt in der Lockdown-Phase

Die StationsleiterInnen Anda Terzic und Branislava Radakovic im Porträt.

Während im Corona-Lockdown das ganze Land den Betrieb runterfuhr und viele Menschen vorübergehend gar nicht, eingeschränkt oder im Homeoffice tätig waren, rückten die Stationsleiterinnen der HB-Pflegekrankenhäuser Seeböckgasse und Tokiostraße zum bisher intensivsten Einsatz ihrer Karriere aus. Anda Terzic und Branislava Radakovic erzählen uns, wie sich die letzten Wochen und Monate für sie als Stationsleiterinnen angefühlt haben.  

 

„Es ging unglaublich schnell. Obwohl wir sehr gut vorbereitet und bestens informiert waren, erfasste uns die Umsetzung aller Vorsichtsmaßnahmen gegen Covid-19 wie eine gewaltige Welle. Wir mussten praktisch über Nacht alle Dienstpläne umkrempeln, unsere MitarbeiterInnen und Mitarbeiter in zwei Teams teilen und waren von da an selbst gefühlt im Dauereinsatz“, erinnert sich Branislava Radakovic an den Beginn des Lockdowns. Sie ist Stationsleiterin von St. Benedikt in der Tokiostraße.

Eine neue Teameinteilung musste her.

Um den gefährlichen Virus nicht in das Haus der Barmherzigkeit zu lassen, wurden eine Reihe von wichtigen Maßnahmen getroffen, allen voran die so genannte „Kohortenplanung“. Um sich nie zu begegnen, arbeiteten zwei Teams von März bis Juni abwechselnd eine Woche durchgehend. So sollte verhindert werden, dass im Krankheitsfall einzelner KollegInnen nicht das gesamte Team angesteckt wird und die Versorgung der BewohnerInnen in den HB-Einrichtungen weiterhin gewährleistet ist.

Anda Terzic leitet die Station Restituta im HB Seeböckgasse: „Die Teameinteilung war nicht einfach und hat mir eine schlaflose Nacht bereitet. Für mich war es wichtig, Kolleginnen und Kollegen in den einzelnen Teams zu haben, die gut miteinander harmonieren. Ich selbst musste mich dann auf weiteres von einem Teil meiner Mitarbeiterinnen verabschieden. Dass es Monate dauern würde, bis wir uns wiedergesehen haben, war nicht abzusehen und sehr hart für mich.“

Wenig Zeit, um zu Verschnaufen.

Von da an arbeiteten die Stationsleitungen abwechselnd eine Woche mit einem Team im Krankenhaus und die andere im Homeoffice, um dort Dienstpläne anzupassen, Telefondienste zu übernehmen und das zweite Team organisatorisch zu unterstützen. „Normalerweise sind wir tagsüber sieben Leute. In der Lockdown-Phase haben wir dieselbe Arbeit mit nur drei Pflegekräften und einer helfenden Hand erledigt. Die ersten drei Tage sind immer ganz gut gegangen. Donnerstags hat man gemerkt, wie einen allmählich die Kräfte verlassen“, erzählt Anda Terzic. Um wieder Energie zu tanken, hat sie in ihrer kurzen Freizeit viele Spaziergänge im Wald unternommen.

Gegenseitige Unterstützung und viel Wertschätzung.

Auch für die Kollegin Branislava Radakovic war der neue Stationsalltag eine große Umstellung. Die Station durfte nicht verlassen werden und sogar zum Mittagessen musste man vor Ort bleiben. Im Sozialraum war der Zugang nur zu dritt und mit ausreichend Abstand erlaubt. Dennoch kann die Stationsleiterin der intensiven und herausfordernden Zeit auch Positives abgewinnen:

„Die BewohnerInnen haben mit viel Verständnis reagiert. Im Team und mit der Pflegedirektion habe ich eine sehr professionelle und auch interdisziplinäre Zusammenarbeit, viel Einsatzbereitschaft und gegenseitige Unterstützung erlebt. Alle Berufsgruppen haben perfekt zusammengearbeitet. Zudem habe ich das Glück, ein wirklich stabiles und tolles Team an meiner Seite zu wissen. Wir sind durch diese Krise gewachsen, im Krisenmanagement eingearbeitet und auch zukünftig für den Ernstfall gerüstet.“

Anda Terzic schöpfte auch viel Motivation und Kraft aus der wachsenden Wertschätzung seitens der Politik und Gesellschaft: „Mir hat es richtig gutgetan, dass die Menschen täglich auf ihren Balkonen applaudiert haben. Plötzlich wurde die Pflege am Wichtigsten und unser täglicher Einsatz endlich als besonders wertvoll betrachtet.“

hdb

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